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Traditionen, Zäsuren, Umbrüche.

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Inschriften des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit im historischen Kontext. Beiträge zur 11. Internationalen Fachtagung für Epigraphik vom 9. bis 12. Mai 2007, hg. von Christine Magin, Ulrich Schindel, Christine Wulf, Wiesbaden 2008.

 

Der Band enthält 15 Abhandlungen, in denen Inschriften des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit in ihre kulturgeschichtlichen Kontexte gestellt und vergleichend analysiert werden. Die Beiträge widmen sich der historischen Überlieferung eines Zeitraums, der mit wirkungsmächtigen Epochenbegriffen wie Renaissance, Humanismus und Reformation verbunden ist, die den Anspruch von Neuerungen in Kultur, Religion und Gesellschaft in sich tragen. Folgende Themen werden jeweils in zwei aufeinander Bezug nehmenden Beiträgen unterschiedlicher Disziplinen näher in den Blick genommen: Visualisierung von Glaubensinhalten (B. Hamm, Ch. Wulf), Genealogie und landesherrliche Selbstdarstellung (R. Kohn, O. Auge), Sprache und Prestige in Inschriften von 1517 bis 1648 (D. Hüpper, J. Macha), frühneuzeitliche Inschriftensammlungen (D. Mertens, A. Zajic), Tod und Begräbnis vor und nach der Reformation (S. Karant-Nunn, F. Jäger) sowie die Sepulkralkultur zwischen Spätgotik und Renaissance im Rhein-Main-Mosel-Gebiet (U. Thiel, E. Nikitsch). Einzelstudien zu Inschriften auf Waffen (H. Drös), zur Inschriftensprache in England von 1300 bis 1700 (Fr. J. Bertram) und zu den Konventionen des antiken Herrscherlobs in frühneuzeitlichen Inschriften (I. Bartusch) haben weitere wichtige Aspekte der inschriftlichen Überlieferung des einschlägigen Zeitraums zum Gegenstand.
Erstmals bot eine internationale Epigraphik-Tagung ein spezielles Forum für epigraphische Projekte in fünf Staaten des Ostseeraums. Die entsprechenden Beiträge präsentieren die Inschriftenüberlieferung Dänemarks (B. Bøggild Johannsen), die Inschriften und ihren ikonographischen Kontext auf schwedischen Runensteinen (J. Staecker), die lateinischen Inschriften in den Kirchen Finnlands (R. Pitkäranta) sowie die epigraphischen Denkmäler Lettlands (O. Sparitis) und Russlands (N. Ganina).

 

 

Verzeichnis der Beiträge

Visualisierung und Erklärung von Glaubensinhalten im Mittelalter und in der Reformationszeit

BERNDT HAMM, Gottes gnädiges Gericht: Spätmittelalterliche Bildinschriften als Zeugnisse intensivierter Barmherzigkeitsvorstellungen

CHRISTINE WULF, Bildbeischriften im frömmigkeitsgeschichtlichen Kontext. Funktionswandel von Inschriften auf kirchlichen Ausstattungsstücken vom hohen Mittelalter bis zum 16. Jahrhundert

 

Genealogie und landesherrliche Selbstdarstellung im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit

OLIVER AUGE, Zwischen Innovation und Tradition – Epigraphische Zeugnisse fürstlicher Selbstdarstellung in Mecklenburg und Pommern im 16. Jahrhundert nebst einem Exkurs zu Alter und Entstehungshintergrund des sogenannten Ratiborsteins in der Usedomer Marienkirche

RENATE KOHN, Konstruktion und Fiktion – Der epigraphische Niederschlag genealogischer Konzepte der österreichischen Landesfürsten

 

Sprache und Prestige – Inschriftensprache zwischen 1517 und 1648

JÜRGEN MACHA, Die Sprache von Glockeninschriften: Variation, Konvergenz und Divergenz unter dem Einfluss von Reformation und Gegenreformation

DAGMAR HÜPPER, Gedenken und Fürbitte – Inschriften des Totengedächtnisses zwischen Wandel und beharrendem Zeitgeist

 

Inschriftensammlungen des 15. bis 17. Jahrhunderts aus historischer und philologischer Sicht

DIETER MERTENS, Oberrheinische Humanisten um 1500 als Sammler und Verfasser von Inschriften

ANDREAS ZAJIC, Inventionen und Intentionen eines gelehrten Genres: Gedruckte Inschriftensammlungen des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Mit exemplarischen Glossen zur Praxis (epigraphischer) Gelegenheitsdichtung des Adels in der frühen Neuzeit

 

Tod und Begräbnis vor und nach der Reformation

SUSAN C. KARANT-NUNN, Tod, wo ist Dein Stachel? Kontinuität und Neuerung bei Tod und Begräbnis in der jungen evangelischen Kirche

FRANZ JÄGER, Vorreformatorische Heiligenlegenden als Exempel lutherischer Ars moriendi. Das Epitaph des Laurentius Hoffmann aus der Ulrichskirche in Halle (Saale)

 

Sepulkralkultur zwischen Spätgotik und Renaissance im Rhein/Main/Mosel-Gebiet

URSULA B. THIEL, Figürliche Epitaphien des Adels und der Geistlichkeit – Wege in die frühe Neuzeit

EBERHARD J. NIKITSCH, Ein neuer Grabmalstyp für Kleriker im Rhein/Main-Gebiet zwischen Spätgotik und Renaissance: Import, Innovation oder Variation?

 

Einzelvorträge

HARALD DRÖS, Tradition und Wandel an der Schwelle zur Neuzeit. Inschriften auf Waffen, Rüstungen und Kriegsgerät

JEROME BERTRAM, Languages used on Inscriptions in England, 1300–1700

ILAS BARTUSCH, Konventionen des antiken Herrscherlobes in frühneuzeitlichen Inschriften

 

Forum Epigraphik im Ostseeraum

BIRGITTE BØGGILD JOHANNSEN, Epigraphik im dänischen Inventar Danmarks Kirker: Paradigmen, Potentiale und Perspektiven. Mit einem Exkurs über das frühe neulateinische Epitaph in Dänemark

JÖRN STAECKER, Komposition in Stein. Der epigraphisch-ikonographische Kontext auf schwedischen Runensteinen


REIJO PITKÄRANTA, Die lateinischen Inschriften in den Kirchen Finnlands vom 14. bis ins 18. Jahrhundert

OJARS SPARITIS, Epigraphik in Lettland aus der Sicht eines Kunsthistorikers

NATALIJA GANINA, Mittelalterliche Epigraphik in Rußland – Quellen und Forschungen

 

Rezensionen:

Franz-Albrecht Bornschlegel, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 67, 2011, Heft 2, S. 756–757.

Enno Bünz, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 81, 2010, S. 298–300.

Olivier Poncet, in: Bibliothèque de l'École des Chartes 167, 2009, S. 296–298.